über das ILLW

Das war das ILLW 2017

Ich erinnerte mich an den Kult-Spruch des jährlichen Silvester-„Dinner for One“. Ja, wieder mal das gleiche Procedere wie fast jedes Jahr. Zwar hatten wir voriges Jahr mit dem Wetter Glück und auch dieses Jahr schien am Freitag alles im grünen Bereich. Der Moritzburger Leuchttum strahlte frisch renoviert und Heerscharen von Graugänsen hatten sich auf unserer QTH-Wiese schon mal wieder bequem gemacht.

Welch friedliches Bild.

Wir reisten am Freitagnachmittag dieses Mal mit einem etwas kleineren Team an, da nicht Jeder aus dem OV zum Termin frei hatte, aber auch so, alles fb. Zunächst! Aber dazu später.

Zuerst ging es, die Antennen aufzubauen. Diesmal ein Dipol für 80m und darunterliegende Bänder zwischen den Lampenhaus im Leuchtturm und unserem „Abspann-Baum“. Ein 1:9 endgespeister Langdraht (13,5m) schräg nach unten vom Lampenhaus in Richtung Teich brachte uns auch dieses Jahr gute Ergebnisse speziell auf 30m, wenn auch einige DL-Stationen damit etwas Probleme hatten (tote Zone).

Am Standort selbst baute Carsten, DGØJCG,  eine Vertikal-Antenne auf, angepasst mit einem Automatiktuner CG3000. Damit, so sollte es sich insgesamt zeigen, konnten wir auf 80/40 und 30 m sehr gut parallel in CW, Digi und SSB arbeiten ohne uns gegenseitig zu stören. Unterhalb 30 m ging relativ wenig und der RDA-Contest lies auch nicht viel Platz für ILLW-QSO´s.

Danach die große Entscheidung:

Bauen wir die Pavillons auf oder nicht. Der Wetterbericht vom Flughafen Dresden sagte nämlich für die Nacht einige kleine Schauer voraus. Aber wir waren angesichts der aktuellen Wetterlage frohen Mutes – so schlimm wird es schon nicht werden. Der Aufbau der beiden Pavillons ging dann auch schnell von der Hand und kurz vor Einbruch der Nacht stand Alles. Die gesamte Technik und Ausrüstung liesen wir aber trotzdem im Transporter.

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Die relativ kurze Nachtruhe verbrachten wir dann in der in unmittelbaren Nähe liegenden „Waldpension“, bestens umsorgt von Frau Ullman. Der Regen und das kleine Gewitter in der Nacht störte uns so nicht allzu doll.

Umso schlimmer dann der Anblick am frühen Morgen, wieder bei strahlendem Sonnenschein. Der kurze aber sehr heftige Wolkenbruch hatte ganze Arbeit geleistet!!!

Aber wir waren weltweit sicherlich nicht die Einzigen, die solche oder ähnliche Problem hatten. Kevin, VK2CE, der Chef von ILLW.net schrieb mir:

Hi Steffen,Thanks for the report, you guys and the rest of the world seem to have had the same conditions. I couldn’t go to my lighthouse due to the high winds and rain. At least you survived and made some contacts. See you next year.

Kevin vk2ce

illw_logo_3


Nach einer ersten Bestandsaufnahme wurden diese Varianten diskutiert:

1.       Abbruch und Heimfahrt

2.       Spontaner Kauf neuer Pavillons im nächsten Baumarkt

3.       Aus 2 mach 1

Variante (1) wurde einstimmig abgelehnt, Variante (2) kam in die engere Wahl – aber als gelernte Self-Made-Profis entschieden wir uns für Variante (3), da das Wetter, wie zum Hohn, uns auch den nächsten Tag mit Sonne verwöhnte. Es wurden die verbliebenen Bestandteile der Pavillons zusammengesucht. So entstand dann mit jeder Menge Klebeband und Kabelbindern zumindest ein Dach über dem Kopf.

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Frank, DGØFMD, und Mario, DM5AHA, hatten dann viel zu tun, um die zahlreichen Fragen der Besucher fachkundig und trotzdem allgemeinverständlich zu beantworten.  

Schätzungsweise waren ca. 200 bis 300 Besucher jedem Tag an unserem QTH. Wir unterstellen damit ganz einfach mal, dass wir an unserem Binnenleuchtturm in Moritzburg damit sicherlich eines der weltweit am meisten besuchten Lighthouse-Teams waren, denn die meisten Leuchttürme/ Leuchtschiffe sind ja in der Regel an sehr exponierten Standorten, wo sich relativ wenig Besucher finden.
Also – gutes Marketing für das ganze ILLW-Projekt und unser Hobby 😊

Die meisten Besucher zeigten Erstaunen, das im Zeitalter von Internet und Smartphone dieses Hobby noch existiert. Sehr gut kam dabei der große LCD-Monitor an. Hier wurden die, im Gegensatz zum „Morsegepiepse“ und schwer verständlichen SSB-QSO´s, die gut lesbaren Verbindungen in den digitalen Betriebsarten gezeigt und auch verstanden. Kommentare wie…“Toll mit wem ihr so Verbindungen habt!!“ waren nicht selten. Mario, DM5AHA, hatte dieses Jahr ein „gutes Händchen“ mit knapp 100 QSO´s in PSK 31/63.

Bis spät in die Nacht wurde jetzt, dank der „Weihnachtsbeleuchtung“ gearbeitet.

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Weniger Probleme mit den Wetterbedingungen hatte das CW-Team, welches „traditionsgemäß“ direkt im Leuchtturm-Sockel arbeitete. Bis auf das „lokale QRM“ (Geschrei) der zahlreichen Gänse-Schwärme, lief es hier sehr gut.

Es kamen ca. 300 CW-QSO´s ins Log, darunter auch mehrere JA-Stationen die uns Rapporte um 579 gaben. Mit dem kleinen Langdraht ein gutes Resultat.

Ernö, DK2AMM, und Steffen, DM6WAN, hatten auf 30m teilweise regelrechtes Pileup und Funken machte wieder mal richtig Spaß 😊.

In Spitzenzeiten wurden mehrere QSO´s in der Minute bzw. im Minutentakt gefahren. Leider war wegen der toten Zone auf 30m DL nicht immer gut zu erreichen, sri.

Direktes Feedback vor Ort bekamen wir auch von mehreren Funkamateuren aus Moritzburg selbst, aus Dresden und Großenhain und es kam zu netten Gesprächen. Sehr gut wurde in zahlreichen  QSO´s auch unsere Webcam beurteilt, die im Minutentakt ein aktuelles Bild auf www.qrz.com/db/dm2c publizierte.

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Aber natürlich kam auch der gemütliche Teil des ILLW-Wochenendes nicht zu kurz. Es ist ja kein hektischer Contest, sondern ein unterhaltsames  Zusammensein unter Funk-Freunden und Gästen alles rund um das Thema Amateurfunk und Leuchttürme. Bei schmackhaften Bratwürsten bzw. Steaks vom Grill, einschließlich dazugehöriger Getränke, und auch beim morgendlichen Frühstück gab es viel zu erzählen und zu Lachen.  

Rita, DGØEQ, und Mario, DM5AHA, erwiesen sich dabei als perfekte Grillmeister und konnten so (fast) unseren leider nicht mit angereisten Chef-Grillmeister Hartmut, DH9KFC, ersetzen. 

      

Zusammenfassung:

Auch mit einem kleinen Team und teilweise widrigen Witterungsgebilden, war das ILLW 2017 eine tolle Sache und für 2018 sind schon konkrete Pläne gemacht worden, was noch optimiert werden kann.

Dieses Jahr waren am Set: 
(in alphabetischer Reihenfolge der Rufzeichen)

DGØEQ, DØJCG, DGØFMD, DK2AMM, DM5AHA, DM6WAN und DM9TT (zeitweise)

In das 2017er Log kamen insgesamt 465 Verbindungen, davon

·         76 QSO´s in SSB

·         91 QSO´s in den Digi-Betriebsarten BPSK 31 und BPSK 63

·         298 QSO´s in CW

 

Alle QSO wurden per eQSL bestätigt, ebenso zu Clublog und HRDlog.net hochgeladen.

Auch das DCL des DARC wurde bedient, so dass diese QSO mit dem Sonder-DOK 20SAEK auch für diverse Diplome, darunter unserem KIDS-Diplom, gewertet werden, siehe auch http://df0che.darc.de/diplom_sende.html

Am Dienstag (22.08.2018) zu unserem OV-Abend wurden dann auch schon die Papier-QSL-Karten für alle QSO mit den entsprechenden Label versehen und auf die Reise geschickt

Vielen Dank der Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gemeinnützige GmbH, für die langjährige tolle Zusammenarbeit und Bereitstellung des Standortes inkl. Infrastruktur direkt im Schloss-Park vor dem Moritzburger Leuchtturm.

Großer Dank auch an BOSCH CAR SERVICE  Hans Bernhard GmbH  (Limbach-Oberfrohna)   für die Bereitstellung des Transporters.

AWDH und CUL zum ILLW 2018

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